München, 28. November 2025 — Das Fachmedium MM Logistik hat die Pactos-Studie „Zeitarbeit füllt Lücken in der Hochsaison“ veröffentlicht. Die Auswertung zeigt: In der Vorweihnachtszeit steigt die Zahl der Beschäftigten in der Zeitarbeit um rund 50.000 Personen. In konjunkturell stärkeren Jahren lag der Zuwachs bei über 80.000 zusätzlichen Arbeitskräften. Der saisonale Anstieg ist ein wiederkehrendes Muster und zeigt die strukturelle Rolle der Zeitarbeit für die deutsche Wirtschaft, insbesondere in Logistik, Handel und Produktion.
Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, erreicht die Wirtschaft ihre intensivste Phase: Lagerhallen füllen sich, Lieferketten laufen unter Hochdruck, im Handel steigt die Nachfrage. In dieser Zeit sichern Zeitarbeitskräfte Abläufe, die für viele Unternehmen geschäftsentscheidend sind.
Datenbasis und Methode
Die Zahlen stammen vom Gesamtverband der Personaldienstleister (GVP), der auf Basis der monatlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit die Beschäftigung von Zeitarbeitskräften seit 1999 ausweist. Pactos hat die Zeitreihe ausgewertet: Mit dem Kruskal-Wallis-Test wurden die statistisch relevanten Unterschiede auf Monatsbasis ermittelt, zur Darstellung Saisonalitätsindizes gebildet und das Jahr 2024 gegen rollierende Drei- und Zehn-Jahres-Durchschnitte gelegt. Um den strukturellen Rückgang der Branche zu berücksichtigen, wurde die saisonale Mehrbeschäftigung zusätzlich ins Verhältnis zur Gesamtbeschäftigung zum Jahresende gesetzt.
Das Ergebnis: Ab September steigt der Saisonalitätsindex über den Jahresdurchschnitt, im Oktober erreicht die Beschäftigung ihren Höchststand. Die Mehrbeschäftigung von September bis November 2024 summiert sich auf mehr als 50.000 Personen, das entspricht 8,8 Prozent der Beschäftigten in der Branche zum Jahresende. In den vergangenen zehn Jahren lag dieser Anteil stets zwischen 7,9 und 10,2 Prozent. Das Muster ist damit kein Artefakt von Konjunkturzyklen, sondern strukturell verankert.
„Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die kurzfristig einspringen, Verantwortung übernehmen und damit Beschäftigung sichern. Zeitarbeit ermöglicht Stabilität, wenn Unternehmen schnell auf Veränderungen reagieren müssen.“
Ergebnisse und Handlungsempfehlungen
Für Unternehmen empfiehlt die Studie, die Hochsaison ab August aktiv vorzustrukturieren: Kontingente verbindlich disponieren, Profile und Schichten mit den Dienstleistern abstimmen, Onboarding-Standards festlegen. Kurzläufer für Spitzen und längere Einsätze für durchgehende Last senken Kosten und stabilisieren die Leistung; Kennzahlen wie Servicegrad, Auslastung und Überstundenquote dienen als Steuerinstrumente. Zugleich wirkt Zeitarbeit als Brücke in reguläre Beschäftigung: Wer diese Funktion nutzt, baut einen belastbaren Talent-Funnel auf.
Für die Politik ist die Zeitarbeit ein präziser Frühindikator, weil ihre Beschäftigtenzahlen früh und sensibel auf Konjunkturimpulse reagieren. Rund acht von zehn Personen, die aus Arbeitslosigkeit in Zeitarbeit starten, sind nach einem Jahr sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Studie plädiert für verlässliche Rahmenbedingungen statt Ad-hoc-Eingriffe, pragmatische Nachweis- und Dokumentationspflichten und datenbasierte Monitoring-Standards. Die vollständige Studie ist bei MM Logistik erschienen.